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k+lv STATEMENT

GEWALT AN SCHULEN

Die Ereignisse in den letzten Tagen (u. a. Vorfälle an der HTL Ottakring) zeigen wie sensibel der Lebensraum "Schule" ist. Die in den Social-Media-Portalen gezeigten Videos sind natürlich erschreckend und zeigen auf, dass Unterricht und Schule mehr bedeuten als Wissensvermittlung.

"Bildung benötigt keine Kompetenzen; sie benötigt Selbstbewusstsein."
(Konrad Paul Lissmann, Neue Zürcher Zeitung, 14.05.2019)

Genau betrachtet sind diese Bilder Hilfeschreie und Hilflosigkeit auf beiden Seiten, nämlich von Lehrern*innen und Schülern*innen. Einmal mehr wird deutlich, dass Lernen nur durch Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden passieren kann.

Die von Bundesminister Dr. Heinz Faßmann angeregten Time-Out-Klassen, in denen gewaltbereite Schüler*innen versetzt werden, können in diesen Fällen nur eine "schnelle" Lösung sein - eben Gewalt an Schulen eine kurzzeitige Entlastung betroffener Schüler*innen und Lehrer*innen.

In den Time-Out-Klassen wird den Schülern*innen, die sich aus verschiedensten Gründen in tiefen Krisen befinden, einfühlsam und achtsam geholfen, wieder Beziehung aufgebaut, um das Vertrauen in Schule und Bildung (wieder) zu wecken.

Der k+lv unterstützt die Lehrer*innen darin, nicht in der Meinung zu verharren, Schüler*innen "auf das Leben vorzubereiten", sondern in guter Beziehung mit den Schülern*innen Schule und Bildung zu leben.

Josef Pallhuber

Diskutiere mit!

  • Was sind deine Beobachtungen zum Thema "Gewalt" an unseren Schulen?
  • Was brauchen deiner Meinung nach die Pädagogen*innen?
  • Was könnte der k+lv dafür konkret tun?

NOTEN vs. VERBALE BEURTEILUNG

In jahrelangen Schulversuchen wird in vielen Tiroler Volksschulklassen in den ersten drei Schuljahren eine verbale Beurteilung praktiziert.

In dieser verbalen Beurteilung wird einem ressourcenorientierten Menschenbild entsprechend gearbeitet. Die alternative Beurteilung sagt viel über die Leistung, Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Kindes aus.

Eltern begrüßen es sehr, dass ihre Kinder durch dieses Beurteilungssystem behutsam in des System der Leistung hineinwachsen.

Viele Schulen haben sich in Sachen Schulreform auf diesen Weg gemacht und fühlen sich durch die aktuelle Bildungsdiskussion vor den Kopf gestoßen.

Waren die ganzen Bemühungen der letzten Jahre umsonst?

  • Ist eine verbale Beurteilung „Kuschelpädagogik“, oder geht es da um moderne pädagogische Ansätze?
  • Ist der Schritt zur fünfteiligen Notenskala ein Rückschritt?
  • Haben verbale Beurteilung und Noten nebeneinander Platz?

Wie soll deiner Meinung nach die Beurteilung an der Schule der Zukunft aussehen? Wir freuen uns über deinen Beitrag!

KATHOLISCHER TIROL LEHREREVEREIN