33 GEWALT TYPISCH MÄDCHEN Mädchen und Frauen sind zum einen besonders häufig von Gewalt betroffen in Österreich jede dritte Frau zum anderen steigt die Zahl der Mädchen die selbst Ge walt anwenden ARANEA das Zentrum für Mädchen Arbeit hat es sich zur zentralen Aufgabe gemacht Mädchen in ihrer Vielfalt in den Mittelpunkt zu stellen Dies bedeutet in Zusammenhang mit dem Thema Gewalt dass hier Gewalt in den vielfältigen Erschei nungsformen analysiert wird und sowohl von Gewalt betroffene Mädchen unterstützt als auch mit Täter innen gearbeiten wird In beiden Fällen trägt Bewusstseinsbildung und Wissensvermittlung dazu bei Gewalt vorzu beugen und unterstützt das Aufdecken und Aufarbeiten von Gewaltphänomenen Über Gewalt zu sprechen fällt vielen schwer Dies liegt daran dass die vielfältigen Er scheinungsformen von Gewalt den meisten Menschen nicht bewusst sind Für Betroffe ne von Gewalt ist es daher eine schwierige Aufgabe indirekt erlebte strukturelle oder direkt erlebte sexualisierte körperliche oder psychische Gewalt zu benennen Ebenso fällt es Täter innen schwer über selbst ausgeübte Gewalt zu sprechen Die vielfältigen Formen von Gewalt sowie die Vielschichtigkeit von Gewalt als gesellschaftliches Phänomen und der Zusammenhang von Faktoren wie Geschlecht Hautfarbe Gesundheit soziale Herkunft und Gewalt erfahren bei ARANEA in der Arbeit mit den Mädchen besondere Aufmerksamkeit Durch Wissensvermittlung Gewalt und Konfliktaufarbeitung und Prä ventionsarbeit setzt ARANEA niederschwellig an um zu einem bewussteren Umgang mit Gewaltsituationen beizutragen In den ARANEA Mädchen treffs wird wenn nötig Gewalt zum Thema gemacht Dabei geht es viel um eigene Grenzen das Ver mitteln von grundlegenden Selbstbehaup tungstechniken von Wissen und vor allem um Handlungsoptionen bei verschiedensten Gewaltphänomenen Darüber hinaus beschäftigt sich ARANEA mit dem Thema Gewalt und Medien dem Um gang mit Wut und gewaltbereitem Verhalten Auch Konfliktlösungsstrategien Übungen zur positiven Körperwahrnehmung Stressbewäl tigung und Entspannung durch Achtsamkeit sowie Elemente aus der Sexualpädagogik fließen in die gewaltpräventive Arbeit mit ein Außerdem lernen die Mädchen verschiedene Hilfs und Unterstützungsangebote kennen Der Schwerpunkt Gewaltprävention nimmt sich also des vielfältigen Phänomens Gewalt an und setzt Gewaltphänomenen denen Mädchen im Alltag immer wieder ausgesetzt sind beziehungsweise begegnen etwas ent gegen Der niederschwellige Zugang zu den Ange boten und die Thematisierung von Gewalt auf verschiedenen Ebenen fördert Gewaltmini mierung durch Wissensvermittlung Konflikt lösungs und Handlungsstrategien können so leichter und zugänglicher erarbeitet werden Zudem werden die Wahrnehmung persön licher Grenzen die Selbstreflexion und die Stärkung der eigenen Persönlichkeit das Wissen über Hilfs und Unterstützungsan gebote gefördert Wichtig dabei ist auch die Bildung von Empathie auf der Ebene der di rekten Arbeit mit den von Gewalt betroffenen und zu Gewalt neigenden Mädchen MMag Katharina Lhotta ARANEA Mädchenzentrum aranea or at

Vorschau KTLV Aufleben  2/21 Seite 33
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