25 besonders in der Verantwortung ihre eigene Rolle im Mobbing Prozess zu reflektieren und präventiv oder interventiv zu agieren Betroffene von Mobbing leiden oft langwierig an den Folgen der Gewalterfahrungen Neben körperlichen Auswirkungen wie Schlafstö rungen Magen und Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen leiden viele von Mobbing Betroffene an psychischen Folgen Dies kann sich im Verlust des Selbstwertes und des Selbstvertrauens Verstärkung von Emotio nen wie Wut Trauer Angst und Einsamkeit zeigen bis hin zu Essstörungen depressiven Verstimmungen selbstverletzendem Verhal ten und Suizidgedanken Haltung gegen Gewalt und Mobbing Olweus 2011 nennt zwei zentrale Bedin gungen für unabdingbar um Mobbing und Gewalt am Schulstandort zu reduzieren Die handelnden Erwachsenen an der Schule müssen ein gewisses Maß an Problembe wusstsein haben Sie müssen Gewalt und Mobbing in ihren Anfängen erkennen und benennen können Des Weiteren muss ein Betroffensein der Erwachsenen feststellbar sein das wiederum in einen ernsthaften Ver änderungswunsch mündet Darüber hinaus nennt er folgende Maßnah men auf Schulebene als zentral um Mobbing zu reduzieren Fragebogenerhebungen zur Eruie rung eines Ist Standes und die Ge staltung eines Pädagogischen Tages zur Sensibilisierung des Lehrkörpers Eine bessere Aufsicht während der Pausen und des Essens und eine verbesserte Kooperation zwischen Lehrpersonen und Erziehungsberechtigten wirken präventiv Auf Klassenebene wirken Klassen regeln gegen Gewalt Regelmäßige Klassengespräche und Rollenspiele stärken den Zusammenhalt und för dern die Empathie der Schüler innen Des Weiteren verbessern kooperatives Lernen und gemeinsame Klassen aktivitäten ein positives Lernumfeld Auf persönlicher Ebene sind bei ak tuellen Vorfällen ernsthafte Gesprä che mit allen Beteiligten zu führen Ein erprobtes Instrument in diesem Zu sammenhang ist die Farsta Methode die in der Berliner Anti Mobbing Fi bel ausführlich beschrieben wird Primär liegt es in der Verantwortung der Erwachsenen ein Umfeld zu schaffen in dem Kinder und Jugendliche bestmögliche Voraussetzungen für eine gesunde Entwick lung und Entfaltung vorfinden Dies gilt zum einen natürlich für die Familie jedoch sollte es selbstverständlich auch für alle österrei chischen Bildungseinrichtungen gelten Klinischer und Gesundheitspsychologe Schulpsychologe der Bildungsdirektion Tirol in der Beratungsstelle Innsbruck Stadt Mag David Kitzbichler

Vorschau KTLV Aufleben  2/21 Seite 25
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